Interview Ewald Rieder
Interview Ewald Rieder

JOLEKA feiert Jubiläum –
Im Gespräch mit Ewald Rieder

JOLEKA feiert Jubiläum – Im Gespräch mit Ewald Rieder

16. Februar 2018, Kalenborn-Scheuern

Seit 1995 führt Ewald Rieder das Familienunternehmen JOLEKA. In den letzten Jahren gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel und Fabian.

Im Interview mit der Neu & Besonders-Redaktion erzählt er aus der Anfangszeit seines Schaffens.

Spricht über alte und neue Herausforderungen. Über Innovationen, Qualität und technische Standards. Und darüber, was ihm für die Zukunft JOLEKAs persönlich am Herzen liegt….

Ewald Rieder

Geschäftsführer Ewald Rieder im Interview

Guten Tag, Herr Rieder. Sie sind seit 1995 Geschäftsführer der JOLEKA GmbH & Co. KG. Waren Sie davor schon als Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt?

Ewald Rieder: Richtig, ich war zuvor bereits als Angestellter tätig. Im Jahr 1977 habe ich hier in der Produktion angefangen. Danach habe ich im Bereich Montage / Kundendienst und später als Aufmaß-Techniker gearbeitet. Zuletzt war ich Vertreter vom Vertriebsleiter. Die ganze Bandbreite also. 🙂

Damals war Josef Leuschen, Gründer-Sohn und Namensgeber JOLEKAs Inhaber und Geschäftsführer. Wie kam es denn zum Wechsel?

Ewald Rieder: 1994 kam das Thema erstmalig auf. Herr Leuschen suchte nach einer Lösung für seine Nachfolgeregelung. Daraufhin hat er mich und meinen damaligen Kollegen Stefan Hoffman gefragt, ob wir Interesse hätten, JOLEKA zu übernehmen. Das hatten wir. Der erste Schritt war natürlich erstmal eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Am 01.01.95 konnten wir dann tatsächlich starten.

Was hat Sie denn damals dazu bewogen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen? Vom Angestellten zum Unternehmer…

Ewald Rieder: Ja sicher, das Risiko damals war bombastisch! Wir haben uns finanziell total verausgabt. Mit Haus und Hof. Aber wir haben uns gesagt, wir kennen das Unternehmen. Und wir kannten den Markt. Schließlich haben wir uns einen Ruck gegeben und gedacht, jetzt oder nie! Denn die Idee der Selbstständigkeit hatte ich damals durchaus schon eine Weile im Hinterkopf. Für mich persönlich wurde es dann auch schon Zeit für einen solchen Schritt.

Wie meinen Sie das?

Ewald Rieder: Nun ja, wir hatten damals schon über 30 Leute hier. Ein Unternehmen dieser Größenordnung baut man aus meiner Sicht nicht mehr auf, wenn man nur noch 10 Jahre bis zur Rente hat. 🙂

Was denken Sie, wie kam der damalige Besitzer Josef Leuschen darauf, Ihnen Beiden die Nachfolge für sein Familienunternehmen anzubieten?

Ewald Rieder: Herr Leuschen hatte damals neben JOLEKA noch in mehrere Bestattungsunternehmen investiert und wollte sich mehr auf diesen Geschäftszweig konzentrieren. Aber JOLEKA lag ihm sehr am Herzen. Er wollte die Firma in gute Hände legen. Hände, die er kennt und schätzt sozusagen. Der Kollege Stefan Hoffmann hatte hier bereits die Schreiner-Lehre gemacht. Und ich war ja auch seit vielen Jahren hier tätig.

Leuschens eigener Sohn ist damals in das Bestattungsunternehmen und Krematorium eingestiegen. Und die Töchter wollten sich beruflich anders entwickeln. Schließlich hat er uns dann gefragt. – Vielleicht haben wir uns schneller entschieden, als ihm lieb gewesen ist. 😉

Wieso das?

Ewald Rieder: So ganz trennen konnte Josef Leuschen sich damals nicht von JOLEKA. 🙂 Er war noch lange Zeit ein oft und gern gesehener Gast hier im Unternehmen.

Joleka 1968

JOLEKA 1968

moderne Produktion

JOLEKA Produktion heute

War ihm deshalb so wichtig, dass JOLEKA innerhalb der Belegschaft weitergeführt wird. Wenn schon nicht die Familie, dann aus der JOLEKA-Familie?

Ewald Rieder: Ja, vermutlich. Er hatte sich uns wohl schon ausgeguckt. Nachdem das damals durchgesickert war, dass Leuschen verkaufen würde, kam der ein oder andere, der ebenfalls Interesse bekundet hat. Ich habe damals aber klar gemacht, dass noch zusätzliche Partnerschaften für mich nicht in Frage kämen. Das wäre mir einfach zu viel Risiko gewesen. Und das war dann auch vollkommen in Ordnung für Herrn Leuschen. Und ich bin auch sehr froh, dass wir bis heute ein sehr gutes Verhältnis haben.

Ich habe gelesen, er habe sich als Rentner dann noch als Drehorgelspieler verdingt?

Ewald Rieder: Stimmt, das war eine Leidenschaft von ihm. Er ist oft mit der Drehorgel auf Feste gefahren und hat dort gespielt. Die Erlöse gingen dann immer an wohltätige Zwecke. Später wurde daraus sogar eine ganze Gruppe Drehorgelspieler.

Sie führen das Unternehmen also bald 25 Jahre?

Ewald Rieder: In der Tat – schon fast ein Vierteljahrhundert führen wir jetzt das Unternehmen in unserer Familie. Wobei das Unternehmen ja schon viel älter ist. Über achtzig Jahre.

Und 50 Jahre Fensterbau!

Ewald Rieder: Fenster wurden sogar davor schon gebaut. JOLKEA hat ja als klassische Schreinerei begonnen. Da wurden alle möglichen Schreinerarbeiten, unter anderem eben auch Fenster gebaut. Das Besondere ist, seit 50 Jahren bauen wir bei JOLEKA Fenster aus Kunststoff.

Dabei war es ja bis weit in die 60er Jahre hinein Standard Fenster aus Holz zu bauen…

Ewald Rieder: Richtig, als Josef Leuschen damals die Kooperation mit Kömmerling eingegangen ist, steckte der Kunststoff-Fensterbau noch in den Kinderschuhen. Auch die Firma Kömmerling hat übrigens eine lange Geschichte. Bevor die mit Fensterprofilen aus Kunststoff angefangen haben, wurden dort Schuhsohlen produziert. Pirmasens war damals eine Hochburg für die Schuh-Industrie. Kömmerling hat die Schuhsohlen und Klebstoffe hergestellt. Und heute ist Kömmerling einer der führenden Profilgeber Europas.

Sind denn die Kunststoff-Fenster von damals mit den heutigen vergleichbar?

Ewald Rieder: Nein, das können Sie überhaupt nicht vergleichen. Es gab zwar damals auch schon Wärmedämmung. Aber an die Dämmwerte, die wir heute erreichen, war nicht zu denken. Zu Beginn waren auch PVC-Fenster fast reine Handarbeit. Heute hat man da schon mehr maschinelle Unterstützung.

Was war denn dann früher das Verkaufsargument für Kunststoff-Fenster? War es günstiger als das Standard-Holz-Fenster?

Ewald Rieder: Nein im Gegenteil. Ein Kunstoff-Fenster war schick und langlebig. Es war zu der damaligen Zeit wesentlich teurer als Holzfenster. Da hat man sich richtig was gegönnt, das Eigenheim mit Kunstoff-Fenstern auszustatten.

Heute ist es ja umgekehrt – ein Holzfenster ist nicht zuletzt wegen steigender Holzpreise oder sogar Strafzöllen äußerst hochpreisig. Und auch die Produktion ist sehr viel aufwändiger. Damals war eindeutig die Langlebigkeit des PVCs, das schlagende Argument. Und natürlich, dass man Kunststoff-Fenster nicht streichen muss. Das hat damals viele Kunden dazu bewegt, sich für unsere Kunststoff-Fenster zu entscheiden.

Was waren damals die größten Herausforderungen aus Unternehmersicht? Und welche sehen Sie heute?

Ewald Rieder: Naja, damals war sicherlich die größte Herausforderung von dem Schuldenberg runterzukommen. 😉 Nein im Ernst: Wir mussten natürlich in die richtigen Bereiche investieren. Und die Weiterentwicklung im Fenstermarkt realistisch einschätzen. Mit der Investition in eine neue Kunstoffproduktion haben wir glücklicherweise auf’s richtige Pferd gesetzt.

Heute ist die Konkurrenz aus dem osteuropäischen Ausland immens. Mit den Niedrigstpreisen haben wir schon zu kämpfen. Das ist im Moment in der Tat die größte Herausforderung dagegen zu halten.

Und das geht nur…

Ewald Rieder: …mit durchgängiger Qualität und Innovationen.

Welche Innovation war denn aus Ihrer Sicht die wichtigste in der Firmengeschichte?

Ewald Rieder: Im Rückblick würde ich sagen die innenliegenden Sprossen. Da waren wir mit die ersten, die in den 70er Jahren auf den Markt kamen. Damals gab es einen richtigen Konkurrenzkampf um die beste Sprosse. Das war ein richtiger Trend. Es gab praktisch keinen Neubau ohne Sprossenfenster. Und wir waren ganz vorne dabei. Wir haben die nicht nur für die Region produziert. Unsere Sprossen wurden nach ganz Europa exportiert. Wir hatten damals ein paar Features, die waren richtig top. Stellen Sie sich mal vor, wir hatten einen Mann, der war nur für den Versand einzelner Sprossen zuständig.

Heute ist das Sprossenfenster kein Standardprodukt mehr?

Ewald Rieder: Nein, seit ungefähr 10 Jahren wird das Sprossenfenster kaum mehr nachgefragt. Es ist nur noch ein Nischenprodukt, beispielsweise für die Renovierung im Denkmalschutz. Trends verändern sich – auch in unserer Branche. Deshalb sind fortwährend neue Innovationen und höchste Qualität überlebenswichtig.

Dann spielt eine moderne Technik sicher auch eine wichtige Rolle im Fensterbau?

Ewald Rieder: Auf jeden Fall. Aus meiner Sicht war es auch im nachhinein gut und wichtig, dass wir direkt ein Jahr nach dem Kauf der Firma nochmal massiv in die Maschinen investiert haben. Und das Level haben wir all die Jahre auch immer beibehalten. Wir können wirklich behaupten, dass wir hier immer mit einer modernen Fertigung ausgestattet sind. Denn wir haben ja schließlich auch den Anspruch, immer die neusten und hochwertigsten Produkte auf dem Markt anzubieten. Die Technik verändert und verbessert sich schon immens im Laufe der Jahre. Da muss man einfach fortwährend am Ball bleiben.

Was würden Sie sagen, was zeichnet JOLEKA besonders aus?

Ewald Rieder: Worauf wir schon immer Wert gelegt haben, ist eine hohe Kundenzufriedenheit. Groß geworden sind wir ausschließlich über Empfehlungen. Von hier nach NRW, insbesondere ins Rheinland. Dann nach Luxemburg, Belgien, teilweise bis nach Frankreich hat sich die Qualität unserer Produkte und Leistungen rumgesprochen.

Und auch heute noch arbeiten wir immer über dem Standard. Leider ist das von Außen nicht direkt zu erkennen, aber wenn Sie sich das Innenleben unserer Fenster anschauen, fällt beispielsweise die durchgehende Stahlverstärkung in den Profilen auf. Wir bauen hochwertiger, als es die DIN-Norm verlangt. Denn wir wollen nicht die DIN aus Kostengründen auf Messers Schneide erfüllen. Sondern wir wollen extrem langlebige und hochwertige Fenster anbieten. Und das geht aus meiner Sicht nicht, wenn man am Material spart.

Und dafür ist JOLEKA auch in der Region bekannt?

Ewald Rieder: Ja definitiv. Wir haben viele Kunden, die vor 20 oder 30 Jahren Fenster von JOLEKA bekommen haben. Die kommen wieder zu uns. Weil Sie viele Jahre nur positive Erfahrung mit unseren Fenstern gemacht haben. Da wollen die Kunden einfach wieder unsere Fenster haben…

Ich erinnere mich, vor ein paar Jahren mussten wir unsere Fenster mal nach Marokko liefern, weil ein Kunde, der dort ein Bauprojekt hatte, unbedingt JOLEKA Fenster wollte. Ein anderer Kunde hat unsere Fenster mit nach Portugal genommen. Das spricht natürlich für außerordentliches Vertrauen. Welches wir auch um keinen Preis verlieren wollen. Im Gegenteil, wir arbeiten ständig weiter an Verbesserungen. Und möchten unsere Kunden immer positiv überraschen.

Geschäftsleitung

JOLEKA Geschäftsführer Fabian Rieder, Ewald Rieder und Daniel Rieder (v.l.n.r)

Was bedeutet Ihnen JOLEKA? Können Sie das in Worte fassen?

Ewald Rieder: JOLEKA bedeutet mir heute natürlich sehr viel. Zu Beginn ging es in erster Linie darum, die Schulden für die Übernahme abzubauen. Das wäre schon eine persönliche Tragödie gewesen, wenn das nicht funktioniert hätte.

Heute bin ich schon sehr dankbar, dass meine Söhne JOLEKA mittragen. Wie oft habe ich schon mitbekommen, dass das nicht funktioniert. Wo die Unternehmer zwar Kinder haben, die aber einfach keine Lust haben so viel Verantwortung zu übernehmen.

Liegt es Ihnen am Herzen, dass JOLEKA ein Familienunternehmen bleibt?

Ewald Rieder: Naja, die Chancen stehen ja nicht schlecht, bei der Vielzahl der Enkel. 🙂

Nein, im Ernst. Es ist natürlich schön, wenn so ein Unternehmen in der Familie bleibt. Und es macht natürlich auch vieles einfacher. Denn sonst müsste man sich ja beizeiten einen geeigneten Käufer suchen. Zu dem das Unternehmen dann auch gut passt und wo alles stimmt.

Ich habe immer gesagt, wenn ich 55 Jahre werden, müssen wir die Weichen für die Nachfolge stellen. Als es soweit war, habe ich zu meinen Söhnen gesagt, entweder einer von Euch steigt hier ein oder wir suchen jetzt nach einem Käufer. Zunächst wollte keiner von Beiden. 🙂 Als mein Kompagnon Hoffmann aus persönlichen Gründen 2012 aus der Firma ausgeschieden ist, hat sich glücklicherweise mein Sohn Daniel doch dazu entschieden, in die Firma einzusteigen. Und zwei Jahre später folgte dann auch sein jüngerer Bruder Fabian.

Welchen Rat geben Sie Ihren Söhnen für die Zukunft mit auf den Weg?

Ewald Rieder: Sie sollten darauf achten, ein gewisses Wachstum sicherzustellen. Aber moderat! Eine explosionsartige Expansion birgt aus meiner Sicht große Risiken. Sie sollten auch in Zukunft penibel darauf achten, dass die Qualität immer sichergestellt ist. Niemals an der Qualität sparen, nur um beim Preis mithalten zu können!

Ob dieser Ratschlag für die Zukunft aus wirtschaftlicher Sicht richtig ist, kann ich Ihnen natürlich nicht sagen. Aber ich glaube an diesen Weg. Und ich denke meine Söhne auch. 😉

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Rieder!

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Fabian Rieder
Geschäftsführer
fabian.rieder@joleka.de
Tel.: +49 (0)6591 95200

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